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07 · Ratgeber

Regenwasser versickern: Rigole, Mulde und Sickerschacht in der Praxis

Eine Rigole ist kein Kiesbett mit Hoffnung, sondern ein bemessenes Bauteil. Ob sie funktioniert, entscheidet sich vor dem ersten Baggerhub: an der Durchlässigkeit des Bodens in Sohltiefe, am höchsten Grundwasserstand, am Abstand zum Gebäude und daran, ob das Wasser vorgereinigt ankommt. Im Bremer Raum kommt hinzu, dass Geest, Marsch und Moor auf wenigen Kilometern wechseln - und mit ihnen die Frage, ob Versickerung überhaupt darstellbar ist. Dieser Beitrag erklärt, wie die Verfahrenswahl fachlich zustande kommt, welche Abstände und Regelwerke dabei gelten und wie eine Rigole eingebaut wird, damit sie in zwanzig Jahren noch Wasser aufnimmt.

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Lage Bremen · Niedersachsen
Auftraggeber privat · gewerblich · kommunal
Blatt Ratgeber 07
Tel 0177 8082873
Luftaufnahme einer Hofflaeche im Bau: gestapelte Rigolenbloecke fuer die Regenwasserversickerung, Minibagger, Ruettelplatte und abgezogenes Planum
Luftaufnahme einer Hofflaeche im Bau: gestapelte Rigolenbloecke fuer die Regenwasserversickerung, Minibagger, Ruettelplatte und abgezogenes Planum

Abkoppeln statt ableiten: die drei üblichen Auslöser

In der Praxis führen drei Situationen zur Versickerung. Die erste ist eine Auflage: In vielen neueren Bebauungsplänen und Baugenehmigungen ist festgesetzt, dass Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück zu versickern ist, weil der vorhandene Kanal die zusätzliche Fläche nicht aufnehmen soll. Die zweite ist wirtschaftlich - dazu gleich mehr. Die dritte ist der Starkregen, der in den letzten Jahren mehr Grundstücke beschäftigt hat als jede Satzung.

Zum wirtschaftlichen Motiv: In vielen Kommunen ist die Abwassergebühr gesplittet. Neben der Schmutzwassergebühr, die sich am Frischwasserverbrauch orientiert, wird eine Niederschlagswassergebühr nach der an die Kanalisation angeschlossenen befestigten Fläche erhoben. Wer Flächen dauerhaft abkoppelt und das Wasser stattdessen versickert, verringert in der Regel die gebührenpflichtige Fläche. Wie die Bemessung im Einzelnen aussieht, welche Nachweise verlangt werden und welche Sätze gelten, regelt jede Kommune in ihrer eigenen Satzung - die maßgeblichen Zahlen stehen im eigenen Gebührenbescheid. Pauschale Beträge lassen sich hier seriös nicht nennen; prüfen Sie das bei Ihrer Kommune beziehungsweise beim zuständigen Entwässerungsbetrieb.

Beim dritten Punkt hilft eine nüchterne Erwartung. Eine Versickerungsanlage wird auf ein bestimmtes Regenereignis bemessen, nicht auf jedes denkbare. Sie entlastet den Kanal, hält Wasser im Boden und dämpft die Abflussspitze - aber sie ist keine Versicherung gegen das Ereignis, das darüber hinausgeht. Wer Starkregenvorsorge will, plant zusätzlich die Geländeform: wohin das Wasser läuft, wenn die Anlage voll ist.

Und eine Grenze gehört gleich an den Anfang: Versickerung ist kein Selbstzweck. Wo der Untergrund sie nicht hergibt, ist die fachlich richtige Antwort nicht eine größere Rigole, sondern Rückhaltung mit gedrosselter Ableitung. Das ist im Bremer Raum kein Randfall, sondern betrifft ganze Stadtteile.

  • Bebauungsplan und Baugenehmigung zuerst lesen - dort steht in der Regel, ob Versickerung gefordert, zugelassen oder ausgeschlossen ist
  • Wo die Abwassergebühr gesplittet ist, richtet sich die Niederschlagswassergebühr nach der angeschlossenen befestigten Fläche; Bemessung und Sätze unterscheiden sich von Kommune zu Kommune
  • Eine Abkopplung wirkt gebührenseitig erst, wenn sie dem Entwässerungsbetrieb gemeldet und von ihm anerkannt ist
  • Versickerung ersetzt keine Starkregenvorsorge - jede Anlage hat eine Bemessungsgrenze, darüber entscheidet das Gelände
  • Wo der Boden nicht versickert, ist Rückhalt mit gedrosselter Ableitung der richtige Weg, nicht mehr Speichervolumen im Untergrund

Zwei Zahlen entscheiden: kf-Wert und höchster Grundwasserstand

Die erste Zahl ist der Durchlässigkeitsbeiwert kf in Meter pro Sekunde. Das Arbeitsblatt DWA-A 138 (Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser) nennt als Erfahrungsbereich für Versickerungsanlagen etwa 1 mal 10 hoch minus 3 bis 1 mal 10 hoch minus 6 Meter pro Sekunde. Beide Enden haben einen Grund. Oberhalb dieses Bereichs läuft das Wasser so schnell durch, dass die Reinigungsleistung der belebten Bodenzone entfällt und der Grundwasserschutz zur eigenen Frage wird. Unterhalb läuft die Anlage nicht mehr in vertretbarer Zeit leer und steht beim nächsten Regen bereits voll.

Die zweite Zahl ist der mittlere höchste Grundwasserstand. Zwischen der Sohle der Versickerungsanlage und diesem Stand sollte rund ein Meter ungesättigter Boden verbleiben. Genau hier scheitern im Bremer Raum viele Vorhaben, und zwar unsichtbar: Eine Anlage, die im August im Trockenen liegt, kann im Februar im Grundwasser stehen. Eine einzelne Messung im Sommer ist deshalb kein Nachweis - gefragt ist der Schwankungsbereich, abgeleitet aus einer Messstelle, aus Ganglinien oder aus der Bodenansprache im Schurf.

Entscheidend ist außerdem, wo gemessen wird. Maßgebend ist die Durchlässigkeit in Höhe der geplanten Sohle, nicht an der Geländeoberfläche. Ein Meter Sand über Klei sieht im ersten Spatenstich gut aus und trägt keine Rigole. Deshalb gehören mehrere Ansatzpunkte, eine Erkundung bis unter die geplante Sohle und eine Bodenansprache dazu, die die Planungsannahme bestätigt oder widerlegt. Dazu kommt ein Effekt, den die Baustelle selbst erzeugt: Wird die Sohle mit schwerem Gerät befahren, sinkt ihre Durchlässigkeit teils um eine ganze Zehnerpotenz.

In der Bemessung nach DWA-A 138 wird schließlich nicht die gesamte benetzte Fläche eines Rigolenkörpers angesetzt, sondern eine reduzierte maßgebende Sickerfläche - üblicherweise die Sohlfläche zuzüglich der halben Seitenfläche. Das ist kein Rechentrick, sondern trägt der Erfahrung Rechnung, dass Seitenflächen im Betrieb verschlämmen. Wer diesen Ansatz überspringt und mit der vollen Oberfläche rechnet, baut eine Anlage, die auf dem Papier funktioniert und im zehnten Jahr nicht mehr.

Übliche Wege, an kf-Wert und Grundwasserstand zu kommen. Welche Kombination nötig ist, hängt von Anlagengröße und Bodenverhältnissen ab - allgemeine Einordnung, keine Festlegung für ein konkretes Grundstück.
VerfahrenWas es liefertAufwandGrenzen
Schurf mit dem BaggerSchichtfolge, Bodenansprache, sichtbare Wasserführunggering, oft ohnehin möglichpunktuell und ohne Zahlenwert für die Bemessung
RammkernsondierungSchichtgrenzen und organische Lagen bis in größere Tiefemittel, Fachfirmakf nur über Ansprache oder ergänzenden Laborversuch
Bohrloch-Versickerungsversuch im Feldkf-Wert in Höhe der geplanten SohlemittelErgebnis hängt stark von Ausführung und Vorwässerung ab
Doppelring-InfiltrometerInfiltrationsrate der oberflächennahen Schichtmittelmisst oben - passend für Mulden, nicht für tiefe Rigolen
Laborbestimmung nach DIN 18130-1reproduzierbarer kf-Wert am Probenmaterialhöher, mit Probenahmebildet den gestörten Einbau auf der Baustelle nicht ab
Grundwassermessstelle oder vorhandene GanglinieSchwankungsbereich als Annäherung an den höchsten Standhöher bzw. Auswertung vorhandener Dateneine Einzelmessung im Sommer sagt nichts über den Winter

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Geest, Marsch, Moor - was der Bremer Untergrund zulässt

Der Bremer Raum hat drei Baugründe, die auf den Einsatzgebietsseiten bereits unterschieden werden: sandige Geest, bindige Marsch mit Klei und Niedermoor mit Torf. Für die Versickerung ist diese Gliederung nicht nur Geologie, sondern die eigentliche Vorentscheidung. Auf den Geestlagen stehen überwiegend Sande an. Sie liegen häufig im nutzbaren kf-Bereich, das Grundwasser steht in der Regel tiefer, und die Anlagen fallen entsprechend kompakt aus. Dort ist eine Rigole meist eine Frage der Bemessung, nicht des Ob.

In den Marsch- und Kleilagen dreht sich das Bild. Bindiger Marschton liegt regelmäßig unterhalb von 1 mal 10 hoch minus 6 Meter pro Sekunde, und in den Niederungen fehlt zusätzlich der Abstand zum Grundwasser. Eine Rigole, die dort trotzdem eingebaut wird, füllt sich beim ersten Regen, läuft über Tage nicht leer und steht im Winterhalbjahr dauerhaft im Wasser. Vergrößern hilft nicht, weil nicht das Volumen fehlt, sondern die Abgabe an den Boden. Sinnvoll ist dann Rückhalt mit gedrosselter Ableitung - und, wo ein durchlässiger Horizont in erreichbarer Tiefe unter der bindigen Deckschicht liegt, gegebenenfalls eine Schachtlösung, für die aber eigene Einschränkungen gelten.

In Moor- und Torflagen kommt ein zweites Thema dazu, das mit Wasser nur mittelbar zu tun hat: Setzung. Torf ist stark zusammendrückbar und setzt sich unter Auflast über Jahre weiter, besonders bei schwankendem Wasserstand. Ein Rigolenkörper, ein Schacht und die Zuleitungen setzen sich dabei nicht gleichmäßig. Anschlüsse reißen, Gefälle kehren sich um, Schachtabdeckungen stehen nach zwei Jahren über oder unter der Fläche. Dort bestimmt die Gründung die Planung, nicht der Belag - genau wie bei Pflasterflächen und Fundamenten.

Der häufigste Irrtum betrifft Neubaugebiete. Wird eine Fläche vor der Bebauung mit Sand aufgehöht, zeigt der erste Aushub einen hervorragend durchlässigen Boden - darunter steht unverändert Klei oder Torf. Die Auffüllung täuscht Durchlässigkeit vor, das Wasser sammelt sich auf der Schichtgrenze und läuft seitlich. Auch das ist ein Grund, warum in Sohltiefe erkundet wird und nicht im Oberboden.

Typische Ausgangslagen im Bremer Raum und was daraus in der Regel folgt. Die Schichtfolge wechselt kleinräumig - die Einordnung ersetzt keine Untersuchung am konkreten Grundstück.
AusgangslageTypische SchichtfolgeGrundwasserWas in der Regel möglich ist
Geestlage, SandOberboden über kiesigem bis mittelsandigem Sandmeist ausreichend tiefRigole, Mulde oder Mulden-Rigole; kompakte Anlagen, Sickerpflaster sinnvoll
Geestrand und ÜbergangslageSand über schluffigen Bändern oder Auffüllungwechselnderst in Sohltiefe messen; häufig Mulden-Rigole mit Notüberlauf
Marsch, KleiOberboden über weichem Klei, darunter Sandhoch, oft oberflächennahVersickerung meist nicht darstellbar; Rückhalt mit gedrosselter Ableitung
Niedermoor, TorfOberboden über Torf, darunter tragfähiger UntergrundhochSetzung bestimmt die Planung; Bauteile und Anschlüsse setzungstolerant ausbilden
Neubaugebiet mit Sandaufhöhungaufgefüllter Sand über anstehendem Weichbodenje nach Auffüllhöhedie Auffüllung täuscht Durchlässigkeit vor; maßgebend ist die Sohle des Bauwerks
Bestandsgrundstück mit alter Auffüllungheterogene Auffüllung, oft mit BauschuttunklarAltlastenverdacht klären, bevor Wasser in den Untergrund eingeleitet wird

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Abstände und Randbedingungen, die den Standort festlegen

Wo eine Versickerungsanlage liegen darf, ist selten eine Geschmacksfrage. Zwischen Gebäude, Grundstücksgrenze, Bäumen, Leitungen und Grundwasser bleibt auf einem normalen Reihenhausgrundstück oft nur ein schmaler Streifen übrig. Diese Prüfung gehört an den Anfang, weil sie ganze Varianten ausscheidet, bevor gerechnet wird.

Der wichtigste Abstand ist der zum Gebäude. Sickerwasser darf nicht seitlich an erdberührte Bauteile geführt werden, sonst wird aus der Entwässerungsmaßnahme ein Feuchteproblem. Aus DWA-A 138 wird in der Praxis der Richtwert abgeleitet, dass der Abstand zu einem unterkellerten Gebäude mindestens das Anderthalbfache der Baugrubentiefe betragen sollte; bei nicht unterkellerten Gebäuden werden häufig mindestens rund drei Meter genannt. Maßgebend ist der Einzelfall, die Beschaffenheit der Bauwerksabdichtung und die Vorgabe der zuständigen Behörde - diese Zahlen sind Orientierung, keine Freigabe.

Dazu kommen die übrigen Randbedingungen. Nach unten der Meter ungesättigter Boden über dem höchsten Grundwasserstand. Zur Seite die Grundstücksgrenze: Wasser darf nicht gezielt auf fremde Grundstücke geleitet werden, auch nicht über den Notüberlauf, und für den Aushub braucht es Platz für Böschung oder Verbau. Baumwurzelbereiche werden gemieden, weil Wurzeln wasserführende Bauteile aktiv aufsuchen und in Rigolen und Leitungen einwachsen; für den Schutz von Bäumen bei Baumaßnahmen gilt DIN 18920. Vor jedem Aushub steht die Leitungsauskunft, und ab 1,25 Meter Grabentiefe verlangt DIN 4124 Böschung oder Verbau.

Zwei Lagen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Am Hang gehört die Anlage unterhalb des Gebäudes, nicht oberhalb - versickertes Wasser folgt der Schichtgrenze und läuft hangabwärts genau dorthin, wo es nicht hin soll. Und in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten oder bei Altlastenverdacht sind punktuelle Verfahren ohne Bodenpassage häufig ausgeschlossen; was dort gilt, sagt die zuständige Behörde.

  • Abstand zum Gebäude: aus DWA-A 138 wird üblicherweise das Anderthalbfache der Baugrubentiefe abgeleitet, bei nicht unterkellerten Gebäuden werden häufig mindestens rund drei Meter genannt - verbindlich ist die Vorgabe der Behörde im Einzelfall
  • Zwischen Anlagensohle und mittlerem höchstem Grundwasserstand sollte rund ein Meter ungesättigter Boden verbleiben
  • Kein Zulauf auf Nachbargrundstücke - auch nicht über den Notüberlauf im Starkregenfall
  • Wurzelbereiche von Bäumen meiden; Wurzeln wachsen in wasserführende Bauteile ein, Baumschutz nach DIN 18920 beachten
  • Vor dem Aushub Leitungsauskunft einholen; ab 1,25 m Grabentiefe Böschung oder Verbau nach DIN 4124
  • Am Hang liegt die Anlage unterhalb des Gebäudes, nie oberhalb
  • In Wasserschutzgebieten und bei Altlastenverdacht gelten eigene Einschränkungen, besonders für Verfahren ohne Bodenpassage

Das Entscheidungsraster: welches Verfahren wann trägt

Das Regelwerk stellt die Verfahren nicht gleichrangig nebeneinander. Vorrang haben flächige Verfahren mit Bodenpassage, weil das Wasser dort die belebte Oberbodenzone durchläuft und dabei mechanisch und biologisch gereinigt wird, bevor es das Grundwasser erreicht. Wie stark ein Abfluss vorbelastet ist, hängt von der Herkunftsfläche ab; das Merkblatt DWA-M 153 gibt dafür den Bewertungsrahmen. Ein Rasendach und eine befahrene Hoffläche liefern nicht dasselbe Wasser.

Die Muldenversickerung ist die robusteste Lösung für alle, die Fläche haben. Eine flache Geländesenke mit einer Einstautiefe von in der Regel höchstens etwa 30 Zentimetern, darunter 20 bis 30 Zentimeter humoser, durchwurzelter Oberboden als Filter- und Reinigungsschicht. Zwischen zwei Regen ist sie eine gewöhnliche Rasenfläche. Sie verträgt allerdings kein Befahren und keine dichte Abdeckung: Rindenmulch oder eine Kiesschüttung auf der Muldensohle setzt genau die Schicht außer Funktion, die die Mulde ausmacht.

Die Rigole ist der unterirdische Speicher für Grundstücke ohne freie Fläche - überbaubar, unsichtbar, unter Einfahrten und Hofflächen einbaubar. Klassisch besteht sie aus gewaschenem Schotter der Körnung 16/32 mit rund 30 Prozent nutzbarem Hohlraum, moderner aus Kunststoff-Sickerblöcken mit über 90 Prozent Hohlraumanteil. Für einen Kubikmeter Speicher sind das rund drei Kubikmeter Aushub gegenüber knapp über einem. Beide Varianten haben denselben konstruktiven Schwachpunkt: Sie umgehen die Bodenzone und brauchen deshalb zwingend eine vorgeschaltete Reinigung.

Das Mulden-Rigolen-Element kombiniert beides und ist bei schwach durchlässigem Boden häufig die technisch sauberste Lösung: Bodenpassage oben, Speicher unten, und bei Bedarf ein gedrosselter Abfluss, wenn der Untergrund allein nicht genug abnimmt. Der Sickerschacht wiederum ist die platzsparendste und zugleich empfindlichste Variante. Er erschließt eine durchlässige Schicht unter einer bindigen Deckschicht, hat aber keine nennenswerte Reinigungsleistung, braucht einen räumbaren Schlammfang und ist in Wasserschutzgebieten oft unzulässig.

Bleibt die Fläche selbst. Wasserdurchlässige Befestigungen - Pflaster mit erweiterten Fugen oder Sickerfugen, Steine mit Sickeröffnungen, haufwerksporige Sickersteine, Rasengitter, Schotterrasen - sind keine Versickerungsanlage im Sinne der Bemessung, senken aber den abflusswirksamen Anteil deutlich. Die Regeln dafür stehen im FGSV-Merkblatt für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen. Entscheidend ist dabei ein Punkt, der oft übersehen wird: Durchlässig muss der gesamte Aufbau sein, nicht nur die Oberfläche. Sickerpflaster auf einer feinkornreichen, dichten Tragschicht ist eine versiegelte Fläche mit teurer Oberseite.

Entscheidungsraster für die Verfahrenswahl. Orientierende Angaben nach allgemein anerkanntem Regelwerk; die Bemessung erfolgt objektbezogen nach DWA-A 138.
VerfahrenBoden (Größenordnung kf)FlächenbedarfBodenpassageWartungszugangTypischer Einsatzfall
Flächenversickerung über Rasen1x10^-3 bis 1x10^-5sehr hochjakeiner nötiggroßer Garten mit Gefälle zur Fläche
Muldenversickerung1x10^-4 bis 1x10^-6hochjamähen, Sohle offenhalten, nicht befahrenHausgarten mit freier Rasenfläche
Mulden-Rigolen-Elementbis etwa 1x10^-6, darunter nur mit DrosselmitteljaMulde plus Filter- und Kontrollschachtschwach durchlässiger Boden bei wenig Fläche
Rigole aus Sickerblöcken1x10^-3 bis 1x10^-5gering, überbaubarneinInspektionskanal und Filterschacht zwingendEinfahrt oder Hoffläche ohne freien Garten
Kiesrigole 16/321x10^-3 bis 1x10^-5mittel, nur rund 30 Prozent nutzbarer Hohlraumneinkaum inspizier- und spülbarkleine Dachflächen in einfacher Lage
Sickerschachtdurchlässige Schicht unter bindiger Deckschichtsehr geringneinSchlammfang regelmäßig räumenbindige Deckschicht über Sand, Platz knapp
Wasserdurchlässige Befestigungdurchlässiger Unterbau erforderlichgering, die Fläche selbstteilweiseFugenpflege, kein HochdruckreinigerStellplätze, Hofflächen, Nebenwege

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Rigole einbauen: der Ablauf, an dem die Lebensdauer hängt

Auf der Baustelle sieht der Einbau einer Blockrigole nach einem überschaubaren Vorgang aus: Graben ausheben, Vlies auslegen, Blöcke stapeln, schließen. Genau diese Verkürzung ist der Grund, warum viele Anlagen nach wenigen Jahren nicht mehr leer laufen. Sämtliche entscheidenden Fehler passieren an Stellen, die nach dem Verfüllen niemand mehr sieht - und die sich später nicht mehr korrigieren, sondern nur noch neu bauen lassen.

Der erste Punkt ist die Sohle. Sie wird waagerecht hergestellt, die letzte Lage ohne Befahren abgetragen, und sie wird vor dem Einbau nicht verdichtet, sondern bei Bedarf aufgelockert. Ein Bagger, der über die offene Sohle fährt, macht die gemessene Durchlässigkeit zunichte, teils um eine Zehnerpotenz. Beim Öffnen des Grabens gehört außerdem der Abgleich mit der Planungsannahme dazu: Steht dort tatsächlich der Boden an, für den gerechnet wurde? Wenn nicht, wird nachgerechnet und nicht weitergebaut.

Der zweite Punkt ist die Vorreinigung. Eine Rigole hat keine Reinigungsleistung; alles, was hineingespült wird, bleibt dort. Vor den Rigolenkörper gehört deshalb ein Filter- oder Schlammschacht, der zugänglich und räumbar ist. Wie stark vorgereinigt werden muss, hängt von der Herkunftsfläche ab - für die Bewertung von Regenabflüssen gibt DWA-M 153 den Rahmen. Der dritte Punkt ist die Zugänglichkeit des Körpers selbst: ein durchgehender Inspektionskanal durch den Blockstapel und Schächte an den Enden, damit die Anlage später mit Kamera und Spülkopf befahrbar bleibt.

Der vierte Punkt ist der Lastfall. Blockrigolen unter Einfahrten und Hofflächen sind für Verkehrslasten ausgelegt, aber nur innerhalb der vom Hersteller angegebenen Belastungsklasse sowie der Mindest- und Höchstüberdeckung. Seitlich wird lagenweise und gleichmäßig von beiden Seiten verfüllt, damit sich der Körper nicht verschiebt. Und bevor der Graben geschlossen wird, entsteht die wichtigste und billigste Unterlage des ganzen Projekts: ein Aufmaß mit Lage, Tiefen, Schächten und Leitungen plus Fotos des offenen Grabens.

Arbeitsschritte beim Einbau einer Blockrigole und die Punkte, an denen sie in der Praxis regelmäßig scheitert.
ArbeitsschrittWorauf es ankommtWas sonst passiert
Aushub bis SohltiefeSohle waagerecht, letzte Lage ohne Befahren; ab 1,25 m Böschung oder Verbau nach DIN 4124eine verdichtete Sohle verliert bis zu eine Zehnerpotenz Durchlässigkeit
Sohle ansprechen und auflockernangetroffenen Boden gegen die Planungsannahme halten, Feinschlämme entfernendie Anlage wird für einen Boden gebaut, der dort gar nicht ansteht
Geotextil auslegenrundum einschlagen, ausreichend überlappen, an den Stößen nicht auf Zug legenFeinkorn wandert in den Hohlraum, der Speicher füllt sich mit Boden
Vorreinigung setzenFilter- oder Schlammschacht vor dem Rigolenkörper, zugänglich und räumbarSand, Laub und Abrieb gehen direkt in die Rigole, Sanierung später unmöglich
Blöcke versetzenim Verband stapeln, durchgehender Inspektionskanal, Zu- und Ablauf sauber angebundenkein Zugang für Kamera und Spülung - die Anlage ist nicht wartbar
Notüberlauf herstellendefinierter Weg vom Gebäude weg und nicht auf Nachbargrundstückebeim Starkregen sucht sich das Wasser den kürzesten Weg, meist zum Haus
Seitlich verfüllenlagenweise und gleichmäßig von beiden Seiten, Körnung nach Systemvorgabeder Blockkörper verschiebt sich oder wird einseitig belastet
Überdeckung herstellenBelastungsklasse sowie Mindest- und Höchstüberdeckung nach HerstellerangabeBruchgefahr unter Fahrzeuglast, Setzungen in der fertigen Fläche
Aufmaß und FotodokumentationLage, Tiefen, Schächte und Leitungen vor dem Verfüllen aufnehmenbei jeder späteren Maßnahme wird geraten statt gegraben

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Wenn Versickerung ausscheidet: Rückhalt, Drossel, Notwasserweg

Fällt die Untersuchung negativ aus - zu bindiger Boden, zu hoher Grundwasserstand, zu wenig Abstand -, ändert sich die Aufgabe. Statt das Wasser in den Untergrund zu bringen, wird es zwischengespeichert und verzögert abgegeben. Technisch ist das ein Stauraum mit einer Drosseleinrichtung; fachlich ist der Kern nicht das Volumen, sondern die zulässige Drosselabflussmenge. Die wird mit dem Betreiber des aufnehmenden Systems abgestimmt, nicht selbst festgelegt, und sie bestimmt rückwärts, wie groß der Speicher werden muss.

Eine Zisterne ist dabei kein Rückhalteraum. Sie ist ein Nutzspeicher, der Gartenwasser liefert und Abflussspitzen dämpft - aber sie ist voll, wenn es darauf ankommt, nämlich nach mehreren Regentagen. Sie braucht deshalb immer einen definierten Überlauf in eine Versickerung oder eine Ableitung. Wer Regenwasser im Haus nutzt, trennt die Anlage strikt vom Trinkwassernetz, kennzeichnet alle Entnahmestellen und zeigt die Anlage beim Wasserversorger an; die Anforderungen dazu regelt die jeweils geltende Trinkwasserverordnung in Verbindung mit den technischen Regeln.

Unabhängig vom gewählten Verfahren verlangt DIN 1986-100 (Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke) zusätzlich zur Bemessung einen Überflutungsnachweis mit einem deutlich selteneren Ereignis, als es der Versickerungsbemessung zugrunde liegt; für Wohngrundstücke wird dabei üblicherweise ein 30-jährliches Regenereignis angesetzt. Versickerungsanlagen selbst werden nach DWA-A 138 im Regelfall auf ein fünfjährliches Ereignis ausgelegt. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt der eigentliche Planungsauftrag: Es muss einen definierten Weg geben, den das Wasser nimmt, wenn die Anlage voll ist.

In der Ausführung sind das unspektakuläre Details mit großer Wirkung. Ein Regelgefälle von rund 2 bis 2,5 Prozent vom Gebäude weg. Eine flache Geländemulde oder ein leicht abgesenkter Rasenbereich als Notwasserweg. Umlaufende Aufkantungen an Kellertreppen und Tiefhöfen statt bündiger Anschlüsse. Und an schwellenlosen, barrierefreien Türen eine Entwässerungsrinne unmittelbar davor, weil dort der übliche Höhensprung zur Sockelabdichtung fehlt.

  • Rückhaltung braucht eine abgestimmte Drosselabflussmenge und einen Anschlusspunkt, der sie aufnimmt - das Volumen folgt daraus, nicht umgekehrt
  • Eine Zisterne dämpft Spitzen, ersetzt aber kein Rückhaltevolumen; im Dauerregen ist sie voll
  • Regenwassernutzung im Haus: strikte Trennung vom Trinkwassernetz, Kennzeichnung aller Entnahmestellen, Anzeige beim Wasserversorger
  • Versickerungsanlagen werden nach DWA-A 138 üblicherweise auf ein fünfjährliches Ereignis bemessen, der Überflutungsnachweis nach DIN 1986-100 auf ein deutlich selteneres
  • Jedes Grundstück braucht einen Weg, den das Wasser nehmen darf, wenn die Anlage voll ist - geplant, nicht zufällig

Behördenweg, Gebühr und der Betrieb über die Jahre

Die Versickerung von Niederschlagswasser ist rechtlich eine Benutzung des Grundwassers. Ob dafür eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich ist, ob eine Anzeige genügt oder ob kleine Anlagen aus häuslicher Nutzung freigestellt sind, richtet sich nach Landesrecht, nach der örtlichen Entwässerungssatzung und nach der Lage des Grundstücks - etwa in einem Wasserschutzgebiet. Diese Regelungen unterscheiden sich, und sie ändern sich. Verbindlich Auskunft geben die untere Wasserbehörde und der zuständige Entwässerungsbetrieb. Die folgenden Hinweise beschreiben die übliche Praxis und sind keine Rechtsauskunft.

Was in solchen Verfahren üblicherweise verlangt wird, deckt sich weitgehend mit dem, was für die Planung ohnehin gebraucht wird: ein Lageplan mit den angeschlossenen Flächen und der geplanten Anlage, die abflusswirksamen Flächen mit ihren Abflussbeiwerten, der Nachweis des kf-Werts aus einer Untersuchung, die Bemessung nach DWA-A 138, Angaben zu Grundwasserstand und Abständen sowie eine Beschreibung von Vorreinigung und Notüberlauf. Wer diese Unterlagen im Zuge der Planung erstellt, hat den Antrag im Wesentlichen mit erledigt. Nachträgliche Genehmigungen sind erfahrungsgemäß der teure Weg.

Gebührenseitig gilt das Gleiche in Grün: Ob und in welchem Umfang sich eine Abkopplung auswirkt, unter welchen Nachweisbedingungen sie anerkannt wird und wie die Fläche bemessen wird, steht in der jeweiligen kommunalen Satzung. Klar ist nur das Prinzip - abgekoppelte Flächen zählen in der Regel nicht mehr als angeschlossen - und dass sich nichts von selbst ändert: Die Abkopplung muss gemeldet werden. Prüfen Sie die Konditionen bei Ihrer Kommune, konkrete Sätze lassen sich hier nicht allgemeingültig angeben.

Bleibt der Betrieb, der über die Lebensdauer mehr entscheidet als jedes Produktdatenblatt. Eine Versickerungsanlage ist ein technisches Bauteil mit Wartungsbedarf. Einmal jährlich gehören Filter- und Schlammschacht kontrolliert und geräumt, Rinnen und Hofabläufe gesäubert, Mulden gemäht und deren Sohle offengehalten, Fugen wasserdurchlässiger Flächen kontrolliert und bei Bedarf nachgefüllt. Der beste Frühindikator ist dabei kostenlos: die Entleerungszeit. Eine Anlage, die nach einem gewöhnlichen Regen zwei Tage später noch eingestaut ist, hat ein Problem, das sich jetzt noch beheben lässt.

  • Zuständigkeit und Verfahrensweg vor der Planung klären, nicht nach dem Bau
  • Typische Antragsunterlagen: Lageplan, angeschlossene Flächen mit Abflussbeiwerten, kf-Nachweis, Bemessung nach DWA-A 138, Grundwasserstand, Abstände, Vorreinigung, Notüberlauf
  • In Wasserschutzgebieten und bei Altlastenverdacht gelten eigene Einschränkungen
  • Abkopplung dem Entwässerungsbetrieb melden - ob und wie sie sich auf die Gebühr auswirkt, regelt die örtliche Satzung
  • Einmal jährlich: Filter- und Schlammschacht räumen, Abläufe reinigen, Mulde mähen und Sohle offenhalten, Fugen kontrollieren
  • Entleerungszeit beobachten - länger anhaltender Einstau ist das erste Anzeichen einer Verschlämmung
  • Bestandsunterlagen aufbewahren: Lage, Tiefen, Bemessungsannahmen und Fotos des offenen Grabens
Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Brauche ich für eine Rigole eine Genehmigung?
Die Versickerung von Niederschlagswasser ist rechtlich eine Benutzung des Grundwassers. Ob dafür eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig ist, ob eine Anzeige ausreicht oder ob kleine Anlagen aus häuslicher Nutzung freigestellt sind, richtet sich nach Landesrecht, nach der örtlichen Entwässerungssatzung und nach der Lage des Grundstücks, etwa in einem Wasserschutzgebiet. Zusätzlich können Bebauungsplan und Baugenehmigung eigene Festsetzungen enthalten. Verbindlich Auskunft geben die untere Wasserbehörde und der zuständige Entwässerungsbetrieb - fragen Sie dort vor der Planung nach. Das ist ein Hinweis auf die übliche Praxis und keine Rechtsauskunft.
Wie groß muss die Rigole werden?
Bemessen wird nach DWA-A 138 aus der abflusswirksamen Fläche, der Regenspende am Standort, dem gemessenen kf-Wert und der ungünstigsten Regendauer, im Regelfall für ein fünfjährliches Ereignis. Als Faustzahl für die erste Standortprüfung werden häufig etwa 30 bis 60 Liter Speichervolumen je Quadratmeter angeschlossener befestigter Fläche genannt - bei gut durchlässigem Sand am unteren Rand, bei schluffigem Boden deutlich darüber. Wichtig ist der Unterschied zwischen Speicher- und Bauvolumen: Sickerblöcke haben über 90 Prozent nutzbaren Hohlraum, eine Kiesrigole 16/32 nur rund 30 Prozent. Für denselben Speicher fällt dort etwa das Dreifache an Aushub an.
Wie weit muss die Rigole vom Haus entfernt liegen?
Sickerwasser darf nicht seitlich an erdberührte Bauteile geführt werden. Aus DWA-A 138 wird in der Praxis der Richtwert abgeleitet, dass der Abstand zu einem unterkellerten Gebäude mindestens das Anderthalbfache der Baugrubentiefe betragen sollte; bei nicht unterkellerten Gebäuden werden häufig mindestens rund drei Meter genannt. Das sind Orientierungswerte. Maßgebend sind der Einzelfall, der Zustand der Bauwerksabdichtung, die Bodenverhältnisse und die Vorgabe der zuständigen Behörde. Am Hang gilt zusätzlich: Die Anlage liegt unterhalb des Gebäudes, nicht oberhalb.
Funktioniert eine Rigole auf Kleiboden?
In der Regel nicht. Bindiger Marschton liegt regelmäßig unterhalb von 1 mal 10 hoch minus 6 Meter pro Sekunde und damit unter dem Erfahrungsbereich für Versickerungsanlagen; in den Niederungen fehlt zusätzlich der Abstand zum Grundwasser. Eine Rigole füllt sich dort beim ersten Regen, läuft über Tage nicht leer und steht im Winterhalbjahr im Wasser. Größer bauen hilft nicht, weil nicht das Volumen fehlt, sondern die Abgabe an den Boden. Der fachlich richtige Weg ist Rückhalt mit gedrosselter Ableitung; in Übergangslagen kann ein Mulden-Rigolen-Element mit Drossel funktionieren. Was im Einzelfall zutrifft, zeigt erst eine Untersuchung in Sohltiefe.
Kies oder Kunststoff-Sickerblöcke?
Der wichtigste Unterschied ist der Hohlraumanteil: rund 30 Prozent bei gewaschenem Schotter 16/32, über 90 Prozent bei Sickerblöcken. Das schlägt direkt auf Aushubmenge, Transport und Entsorgung durch, die bei größeren Anlagen den Ausschlag geben. Der zweite Unterschied ist die Wartbarkeit: Blockrigolen lassen sich mit durchgehendem Inspektionskanal später befahren, filmen und spülen, eine Kiesrigole praktisch nicht. Bei beengten Verhältnissen und größerem Volumen sind Blöcke deshalb meist die bessere Wahl, bei kleinen Dachflächen in einfacher Lage kann eine Kiesrigole genügen. Geotextil und eine vorgeschaltete Reinigung brauchen beide.
Kann ich über eine Rigole fahren oder parken?
Ja, dafür sind Blockrigolen gemacht - aber nur innerhalb der vom Hersteller angegebenen Belastungsklasse und bei Einhaltung der Mindest- und Höchstüberdeckung. Dazu gehören eine lagenweise, gleichmäßige seitliche Verfüllung, ein tragfähiger Aufbau darüber und Schachtabdeckungen der passenden Belastungsklasse. Während der Bauzeit gilt das Gegenteil: Die offene Sohle und der eingebaute, noch nicht überdeckte Körper dürfen nicht befahren werden. Wer über den frischen Einbau fährt, verliert genau die Durchlässigkeit, für die die Anlage gerechnet wurde.
Senkt eine Versickerung wirklich meine Abwassergebühr?
Wo die Abwassergebühr gesplittet ist, wird die Niederschlagswassergebühr nach der an die Kanalisation angeschlossenen befestigten Fläche berechnet. Wer Flächen nachweislich abkoppelt, verringert damit in der Regel die gebührenpflichtige Fläche. Ob, in welchem Umfang und unter welchen Nachweisbedingungen das gilt, regelt allerdings die jeweilige kommunale Satzung, und die Sätze stehen im eigenen Gebührenbescheid. Konkrete Beträge lassen sich nicht allgemeingültig nennen - prüfen Sie das beim zuständigen Entwässerungsbetrieb. Sicher ist nur: Von selbst ändert sich nichts, die Abkopplung muss gemeldet werden.
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01 Pflasteraufbau: warum die Tragschicht über die Lebensdauer entscheidet Ob eine Pflasterfläche nach zwanzig Jahren noch eben liegt oder nach drei Wintern Wellen und Spurrinnen zeigt, entscheidet sich fast nie an der Oberfläche. Es entscheidet sich in den 20 bis 60 Zentimetern darunter, die niemand mehr sieht, sobald der letzte Stein liegt. Dieser Ratgeber erklärt, welche Schichten es gibt, welche Aufgabe jede einzelne hat, woran fachgerechte Ausführung erkennbar ist und mit welchen Kostenspannen in Norddeutschland zu rechnen ist. 02 Terrassenbelag im Vergleich: Keramik, Beton, Naturstein, Holz und WPC Der Belag ist die sichtbare Entscheidung. Langlebig wird eine Terrasse aber durch Unterbau, Gefälle und Entwässerung. Dieser Beitrag ordnet die fünf gängigen Belagsarten fachlich ein, benennt ihre Schwächen ehrlich und zeigt, welche Faktoren die Kosten wirklich treiben. 03 Was kosten Pflasterarbeiten? Kostenfaktoren ehrlich erklärt Ein Quadratmeterpreis für Pflasterarbeiten sagt für sich genommen wenig aus, weil der größere Teil der Kosten unter der sichtbaren Oberfläche entsteht. Dieser Beitrag zeigt, welche Positionen den Preis wirklich treiben, welche Spannen am norddeutschen Markt realistisch sind und woran Sie ein belastbares Angebot von einer schönen Zahl unterscheiden. 04 Entwässerung und Versickerung auf dem eigenen Grundstück In Bremen und im niedersächsischen Umland fallen im langjährigen Mittel rund 700 Liter Niederschlag je Quadratmeter und Jahr. Ein Dach von 120 Quadratmetern sammelt davon etwa 80.000 Liter - Wasser, das irgendwo hin muss. Wohin genau, entscheidet sich nicht beim Pflastern, sondern lange vorher: beim Blick in den Boden, in die Entwässerungssatzung und auf die tatsächlich befestigten Flächen. Dieser Text erklärt, wie die Entscheidung fachlich zustande kommt, welche Verfahren wann funktionieren, welche Größenordnungen bei den Kosten realistisch sind und welche Fehler regelmäßig teuer werden.

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Ein paar Angaben genügen für eine erste Einschätzung. Alles Weitere klärt sich bei der Besichtigung vor Ort - erst danach wird kalkuliert.