Der Zaun ist ein System, kein Stapel Matten
Ein Doppelstabmattenzaun besteht aus sehr wenigen Bauteilen: der Matte, dem Pfosten, den Klemmhaltern und dem Fundament. Die Matte selbst ist der unproblematischste Teil. Alles, was später ärgert, entsteht in den beiden unteren Ebenen - im Boden und in der Absteckung.
Der Name beschreibt die Bauart: Zwei waagerechte Drähte umfassen jeden senkrechten Draht und sind punktverschweißt. Diese Doppeldrahtlage macht die Matte biegesteif. Das ist ein Vorteil, weil das Feld über 2,5 m Länge gerade bleibt, ohne durchzuhängen. Es ist gleichzeitig der Grund, warum dieser Zauntyp keine Ungenauigkeiten verzeiht: Anders als Maschendraht kann die Matte eine krumme Pfostenreihe nicht ausgleichen. Jeder Zentimeter Abweichung ist an der Oberkante sofort sichtbar.
Statisch ist der Pfosten ein im Boden eingespannter Kragarm. Die maßgebende Last ist nicht das Eigengewicht, sondern der Wind, der auf die Fläche drückt. Diese Kraft wird als Kippmoment in den Fundamentkörper und von dort in den Baugrund geleitet. Entscheidend ist deshalb weniger die reine Betonmenge als die Kombination aus Einbindetiefe, seitlicher Auflagerfläche und Tragfähigkeit des Bodens. Die Bemessung von Windlasten regelt DIN EN 1991-1-4; für Standardzäune in Wohnlagen arbeitet man in der Praxis mit erprobten Regelmaßen, bei hohen Zäunen, exponierten Lagen oder geschlossenen Flächen ist eine Einzelfallbetrachtung angebracht.
Ein Punkt, der die halbe Planung bestimmt: Eine offene Doppelstabmatte hat je nach Höhe und Drahtstärke nur rund 15 bis 20 Prozent geschlossene Fläche. Wer Sichtschutzstreifen einzieht, macht daraus eine nahezu geschlossene Wand. Die Windangriffsfläche vervielfacht sich. Fundamente, die für den offenen Zaun ausreichend waren, sind es dann nicht mehr.
- Matte: Standardbreite nominell 2.500 mm, Maschenweite in der Regel 200 x 50 mm, Höhen im 200-mm-Raster von etwa 630 bis 2.430 mm
- Pfosten: Rechteckprofil 60 x 40 mm als Standard, 60 x 60 mm bei hohen Zäunen, Ecken und Toren
- Klemmhalter: Bügel oder Klemmplatte mit Sicherungsschraube, oft mit Abdeckkappe
- Fundament: bei der Regelbauweise ein Punktfundament je Pfosten
- Zubehör, das gern vergessen wird: Pfostenkappen, Reparaturlack für Schnittkanten, Pass- und Anschlussteile
Vor dem Aushub: Grenze, Leitungen, Baurecht
Bevor der erste Spaten in den Boden geht, sind drei Dinge zu klären. Sie kosten wenig Zeit und retten im Zweifel das ganze Bauteil.
Erstens der Grenzverlauf. Maßgeblich sind die Grenzpunkte des Liegenschaftskatasters, nicht der alte Zaun, nicht die Hecke und nicht die gewachsene Gewohnheit. Sind Grenzsteine nicht auffindbar oder strittig, hilft nur eine Grenzwiederherstellung durch eine öffentlich bestellte Vermessungsstelle. Ein Zaunfundament, das einen halben Meter auf dem Nachbargrundstück steht, ist ein teurer Rückbau und ein vermeidbarer Streit.
Zweitens das Baurecht. Einfriedungen sind Landes- und Ortsrecht. Zu prüfen sind der Bebauungsplan, örtliche Bauvorschriften oder Gestaltungssatzungen und - je nach Bundesland - ein Nachbarrechtsgesetz; in Niedersachsen ist das Niedersächsische Nachbarrechtsgesetz einschlägig. In vielen Fällen sind Einfriedungen im bebauten Innenbereich bis zu einer bestimmten Höhe verfahrensfrei, das ersetzt aber keine Prüfung des konkreten Plans. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Eckgrundstücke und Grundstücksausfahrten: Dort begrenzen Sichtdreiecke die zulässige Höhe oft deutlich stärker als die allgemeine Regel.
Drittens die Leitungen. Punktfundamente treffen mit rund 80 cm genau die kritische Tiefe. Erdkabel liegen üblicherweise in etwa 60 bis 80 cm, Gas- und Wasserleitungen häufig tiefer, Hausanschlüsse und private Drainagen liegen dazwischen und sind oft überhaupt nicht dokumentiert. Holen Sie eine Leitungsauskunft bei den Netzbetreibern ein, sehen Sie in die Hausanschlussunterlagen und schachten Sie im Verdachtsbereich von Hand. Ein durchtrennter Hausanschluss ist der teuerste Meter Zaun, den man bauen kann.
Steht ein Baum in der Nähe, gilt der Wurzelbereich als Tabuzone. DIN 18920 regelt den Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen. In der Praxis heißt das: Fundamente im Wurzelbereich von Hand aufschließen, starke Wurzeln nicht kappen, sondern das Fundament versetzen oder das Feldmaß anpassen.
Gründung und Frosttiefe: warum 80 cm der Anfang und nicht das Ende sind
Die verbindliche Anforderung lautet nicht 80 cm, sondern frostfrei gründen. Das ist die Vorgabe aus dem Grundbau (DIN EN 1997-1 mit dem nationalen Anhang DIN 1054). Die 80 cm sind lediglich ein bewährter Faustwert für das norddeutsche Flachland, der die übliche Frosteindringtiefe abdeckt. In Höhenlagen liegt sie tiefer, in besonders exponierten Lagen ebenfalls.
Frosthebung braucht drei Dinge gleichzeitig: einen frostempfindlichen Boden, verfügbares Wasser und Frost. Fehlt eine der drei Zutaten, passiert nichts. Am kritischsten sind schluffige und feinsandige Böden, weil sie Wasser kapillar nachliefern und dadurch Eislinsen bilden, die den Boden regelrecht anheben. Grobe Kiese und Sande sind praktisch unempfindlich, weil sie kein Wasser nachziehen. Die Einteilung in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 stammt aus dem Straßenbau (ZTV E-StB) und beschreibt dieses Verhalten sehr gut.
Daraus folgt die eigentliche Regel: Ein Fundament in reinem Sand verzeiht 70 cm. Ein Fundament in bindigem Boden mit hohem Wasserstand kann auch bei 80 cm noch arbeiten, wenn der Fundamentkörper nach oben breiter wird und der Frost an der Mantelfläche angreifen kann. Deshalb ist ein nach unten leicht verbreiterter, nach oben schlanker Fundamentkörper besser als umgekehrt - und deshalb sind glatte Fundamentwandungen sinnvoller als zerklüftete.
Für den Bremer Raum ist der Baugrund ein eigenes Thema. Marsch- und Kleiböden, Torflinsen und ein oft hoher Grundwasserstand sind hier keine Ausnahme. In solchen Böden läuft die Fundamentgrube zu, der Aushub schmiert, und das ausgehobene Loch wirkt ohne Sickerpolster wie eine Badewanne, in der Wasser am Pfostenfuß steht. Ein Polster aus 10 bis 15 cm grobem Schotter unter der Fundamentsohle ist in solchen Fällen kein Luxus, sondern das, was den Unterschied zwischen einem geraden und einem wandernden Zaun ausmacht. Bei sehr weichen, organischen Böden reicht die Regelbauweise unter Umständen gar nicht aus - das ist ein Fall für eine Beurteilung vor Ort.
Für den Beton gilt: erdfeucht angemischt, Festigkeitsklasse üblicherweise C20/25 bis C25/30, frostbeständig eingestellt (Expositionsklasse XF1 für frei bewitterte Bauteile). Der Beton wird lagenweise eingebracht und durchgestochert, damit keine Hohlräume bleiben. Trockene Sackware einfüllen und Wasser darübergießen ergibt eine ungleichmäßig abgebundene Masse mit unbekannter Festigkeit und ist für tragende Fundamente ungeeignet.
Die Betonoberkante wird mit leichtem Gefälle vom Pfosten weg abgezogen oder endet rund 5 cm unter Geländeoberkante und wird mit Oberboden geschlossen. Was auf keinen Fall entstehen darf, ist eine Mulde am Pfostenfuß, in der Wasser steht. Und: Der Beton braucht Zeit. Matten können nach wenigen Tagen eingehängt werden, Sichtschutzstreifen mit ihrer großen Windangriffsfläche gehören deutlich später montiert. Bei Temperaturen um oder unter 5 Grad verzögert sich die Erhärtung erheblich; bei Frost ohne Schutzmaßnahmen wird nicht betoniert.
| Gründung | Typischer Einsatz | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Punktfundament ca. 30 x 30 x 80 cm | Regelfall bei offenen Zäunen bis etwa 1,20 bis 1,50 m Höhe | Bewährt, materialsparend, überall herstellbar | Zu knapp bei Sichtschutz, hohen Zäunen und weichem Baugrund |
| Punktfundament ca. 40 x 40 x 80 bis 100 cm | Zaunhöhen ab etwa 1,80 m, geplanter Sichtschutz, Eck-, End- und Torpfosten | Deutlich mehr Kippsicherheit, Reserve für spätere Nachrüstung | Mehr Aushub, mehr Beton, mehr Entsorgung |
| Durchgehendes Streifenfundament | Sockelplatten, Untergrabschutz, Hanglagen, dauerhaft belastete Anlagen | Verteilt Lasten, ermöglicht sauberen Bodenabschluss | Teuerste Variante, aufwendig bei Gefälle, Entwässerung mitplanen |
| Erdschraube / Schraubfundament | Rückbaubare Anlagen, Termindruck, wurzelnahe Bereiche | Kein Aushub, kein Aushärten, sofort belastbar | Braucht tragfähigen, steinarmen Boden; bei Sichtschutz und großen Höhen nur nach Herstellerangabe |
| Einschlaghülse / Bodenhülse | Niedrige oder temporäre Zäune | Schnell und günstig | Für dauerhafte Zäune ab etwa 1,20 m keine belastbare Lösung |
| Verfüllung mit Schotter statt Beton | Sehr durchlässige Böden, niedrige Zäune | Wasserdurchlässig, rückbaubar | Keine Regellösung; Verdichtung entscheidend, Nachziehen wahrscheinlich |
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Fluchten, Rastermaß und Lot: hier entscheidet sich der optische Eindruck
Der häufigste Fehler beim Doppelstabmattenzaun ist kein Fundamentfehler, sondern ein Rechenfehler. Das Achsmaß zwischen zwei Pfosten beträgt nicht 2,50 m. Die Matte ist nominell 2.500 mm breit, herstellerabhängig auch 2.506 oder 2.510 mm, und dazu kommt der systembedingte Spalt an der Klemmung. Je nach System ergibt sich ein Achsmaß von etwa 2.510 bis 2.530 mm.
Der Unterschied klingt lächerlich, ist es aber nicht. Ein Zentimeter Abweichung pro Feld ergibt auf 20 Felder 20 cm. Die Folge: Das letzte Feld passt nicht, die Matte muss gekürzt werden, und im schlimmsten Fall stimmt der Anschluss an Tor oder Hauswand nicht mehr. Richtig ist deshalb: Systemmaß des jeweiligen Herstellers verwenden, ein Probefeld aufbauen, das tatsächliche Achsmaß nachmessen und erst dann die gesamte Strecke abstecken.
Noch sicherer ist die feldweise Arbeitsweise: Endpfosten setzen und ausrichten, dann Feld für Feld die Matte als Lehre benutzen und den nächsten Pfosten daran anlegen, bevor betoniert wird. Das ist etwas langsamer als das Vorbohren aller Löcher nach Zollstockmaß, aber es erzeugt keine Summenfehler.
Für die Flucht gilt: Zwei feste Fluchtpunkte, straff gespannte Schnur, und bei Strecken über etwa 20 bis 25 m mindestens eine Zwischenstütze. Eine durchhängende Schnur beschreibt einen Bogen, und der Zaun folgt diesem Bogen zuverlässig. Spannen Sie die Schnur seitlich versetzt zur Pfostenachse, sonst drückt jeder ausgerichtete Pfosten die Schnur weg und verfälscht die Flucht für alle folgenden.
Gelotet wird in zwei Achsen, in Zaunrichtung und quer dazu. Frischer Beton gibt beim Verdichten nach, deshalb wird nach dem Einbringen noch einmal kontrolliert und der Pfosten bis zum Anziehen abgestützt oder in Ruhe gelassen. Bei rechtwinkligen Ecken lohnt die Diagonalprobe nach dem 3-4-5-Prinzip, weil das Auge Winkelfehler an Ecken besonders gnadenlos entlarvt.
Zwei Details, die den fertigen Zaun ausmachen: Die Pfostenoberkanten werden über eine Höhenschnur oder mit dem Rotationslaser eingemessen - Abweichungen in der Höhe fallen entlang der Zaunlinie stärker auf als Abweichungen in der Achse. Und das Passfeld, also die gekürzte Restmatte, gehört an eine unauffällige Stelle und nicht an die Straßenseite. Wichtig dabei: Jede Schnittkante ist eine offene Stelle im Korrosionsschutz und muss mit Zinkstaubfarbe oder Reparaturlack nachbehandelt werden.
- Bodenfreiheit unter der Matte: rund 5 bis 10 cm, damit sich die Rasenkante pflegen lässt
- Bei Hunden oder Kleintieren geringere Bodenfreiheit, Untergrabschutz oder Sockelplatten einplanen - das verändert die Gründung und gehört in die Planung, nicht in die Ausführung
- Pfostenlänge ergibt sich aus Mattenhöhe plus Bodenfreiheit plus Einbindetiefe; die Systemlängen der Hersteller sind darauf abgestimmt
- Klemmhalter mit Gefühl anziehen: Überdrehen sprengt die Beschichtung und schafft die erste Rostquelle
- Pfostenkappen sind kein Zubehör, sondern Bauteilschutz - offene Profile sammeln Wasser, das im Winter gefriert
Gefälle: Stufung oder Parallelführung
Kaum ein Grundstück ist wirklich eben. Sobald das Gelände fällt, muss entschieden werden, wie der Zaun dem Verlauf folgt. Es gibt im Wesentlichen zwei saubere Wege und einige Mischformen, und die Entscheidung sollte vor dem Materialkauf fallen, weil sie Pfostenlängen, Feldanzahl und Zubehör bestimmt.
Beim Stufenzaun bleibt jede Matte waagerecht, und die Felder versetzen sich am Pfosten um einen bestimmten Betrag nach unten. Das ergibt eine klare, technisch ruhige Optik und funktioniert bei jedem Gefälle. Der Preis dafür sind längere Pfosten, mehr Höhenluft an der Oberseite und ein sichtbarer Spalt unter der Matte am jeweils höheren Feldende.
Bei der Parallelführung folgt die Matte dem Gelände. Das sieht bei sanftem Gefälle besser aus, ist aber begrenzt: Standard-Klemmhalter erlauben nur eine geringe Schrägstellung, und Doppelstabmatten lassen sich wegen ihrer Steifigkeit kaum schränken. Bei stärkerem Gefälle braucht es Winkelhalter, gelenkige Befestigungen oder speziell gefertigte Schrägmatten - das ist Systemfrage und Herstellerfrage, keine Improvisation auf der Baustelle.
| Lösung | Prinzip | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Stufenzaun | Matte waagerecht, Versatz Feld für Feld am Pfosten | Jedes Gefälle, besonders ab mittlerer Neigung | Längere Pfosten, Spalt am oberen Feldende, Tiere können darunter durch |
| Matte im Gefälle geführt | Matte folgt der Geländelinie | Geringe Neigungen im Rahmen der Systemtoleranz | Halter- und Systemgrenzen beachten, Matte lässt sich kaum schränken |
| Winkel- oder Gelenkhalter | Befestigung nimmt die Schrägstellung auf | Mittlere Neigungen bei parallel geführter Matte | Nur mit passendem Systemzubehör, nicht jede Serie bietet das an |
| Sockelplatten oder Palisaden unter der Matte | Höhenausgleich unterhalb der Matte | Ungleichmäßiges Gelände, Untergrabschutz, sauberer Bodenabschluss | Braucht ein durchgehendes Fundament, erhöht Aufwand und Kosten spürbar |
| Gelände anpassen | Böschung oder kleine Stützkonstruktion vor dem Zaunbau | Kurze Strecken mit starkem Versprung | Erdbewegung, Entwässerung und Standsicherheit gehören mitgeplant |
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Drahtstärke, Höhe, Korrosionsschutz
Die gängigen Ausführungen unterscheiden sich in der Drahtstärke, angegeben in der Reihenfolge waagerecht / senkrecht / waagerecht. Für den privaten Grundstückszaun ist 6/5/6 der übliche Standard und in den meisten Fällen ausreichend. 8/6/8 gehört dorthin, wo mechanisch mehr passiert oder wo der Zaun hoch wird - und es ist deutlich teurer.
Wichtiger als die Drahtstärke ist für die Lebensdauer der Korrosionsschutz. Hier trennt sich Material, das nach zwanzig Jahren noch ordentlich aussieht, von Material, das nach fünf Jahren Rostfahnen zieht. Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 bedeutet, dass das fertige Bauteil im Zinkbad war und auch Kanten und Bohrungen mit Zink überzogen sind. Bandverzinktes Material nach DIN EN 10346 wird als Blech verzinkt und danach geschnitten oder gebohrt - genau an diesen Schnittstellen fehlt der Zinküberzug. Die Kombination aus Verzinkung und Polyester-Pulverbeschichtung, oft als Duplex-System bezeichnet, ist die haltbarste übliche Ausführung; für die Beschichtung feuerverzinkter Bauteile im Bauwesen gilt DIN EN 13438.
Bei den Farben dominieren RAL 6005 Moosgrün, RAL 7016 Anthrazitgrau und RAL 9005 Tiefschwarz. Die Farbwahl ist Geschmackssache, mit einer sachlichen Einschränkung: Dunkle Töne heizen sich stärker auf und zeigen Kratzer und Staub deutlicher als mittlere Grautöne.
Beim Höhenraster ergibt sich aus der Maschenweite von 200 mm eine Staffelung in 200-mm-Schritten. Gängig sind unter anderem 830, 1.030, 1.230, 1.430, 1.630, 1.830 und 2.030 mm. Zwischenhöhen bedeuten Zuschnitt und damit offene Schnittkanten, die nachbehandelt werden müssen.
| Ausführung | Drähte waagerecht / senkrecht / waagerecht | Typischer Einsatz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 6/5/6 | 6 mm / 5 mm / 6 mm | Grundstücks- und Gartenzäune bis etwa 1,80 m | Marktstandard, gutes Verhältnis aus Stabilität und Preis |
| 8/6/6 | 8 mm / 6 mm / 6 mm | Mittleres Segment, wenn mehr Steifigkeit gewünscht ist | Weniger verbreitet, Zubehörverfügbarkeit vorher prüfen |
| 8/6/8 | 8 mm / 6 mm / 8 mm | Gewerbe, hohe Zäune, mechanisch belastete Bereiche | Deutlich schwerer und teurer, meist Pfosten 60 x 60 mm sinnvoll |
| Verzinkt ohne Beschichtung | - | Zweckzäune, Gewerbeflächen, Nebenbereiche | Günstiger, optisch nüchtern, matt vergrauend |
| Verzinkt und pulverbeschichtet | - | Wohnbereich, sichtbare Grundstücksgrenzen | Beste übliche Dauerhaftigkeit, Schnittkanten trotzdem nachbehandeln |
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Kosten: unverbindliche Marktspannen und was sie treibt
Die folgenden Zahlen sind unverbindliche Marktspannen für den norddeutschen Raum, netto, ohne Umsatzsteuer. Sie dienen der Orientierung und ersetzen kein Angebot. Belastbar wird eine Zahl erst, wenn Baugrund, Zugänglichkeit, Geländeverlauf, Anzahl der Ecken, Tore und Anschlüsse sowie die Entsorgungssituation vor Ort erfasst sind. Preise für Material und Leistungen schwanken zudem über die Zeit.
Der größte Kostentreiber ist selten die Matte. Es sind der Boden und die Zugänglichkeit. Sandiger, gut zugänglicher Baugrund, in dem mit dem Erdbohrer gearbeitet werden kann, ist ein völlig anderer Aufwand als bindiger Klei, alte Auffüllung mit Bauschutt, ein Grundstück, das nur über eine schmale Gartentür erreichbar ist, oder ein Bereich, in dem wegen Leitungen und Wurzeln von Hand geschachtet werden muss.
Der zweitgrößte Posten, der regelmäßig unterschätzt wird, ist der Aushub. Ein Punktfundament von 30 x 30 x 80 cm ergibt rund 0,07 Kubikmeter, bei 40 x 40 x 80 cm etwa 0,13 Kubikmeter. Über 40 Pfosten summiert sich das auf mehrere Kubikmeter, die aufgelockert noch mehr Volumen einnehmen. Passt der Aushub nicht auf das Grundstück, kommen Container und Entsorgung dazu - und bei belastetem Material wird das schnell zum eigenen Kostenblock.
Ein dritter Punkt betrifft die Planung: Wer den Sichtschutz erst nach dem Bau entdeckt, zahlt zweimal. Fundamente, die für einen offenen Zaun bemessen wurden, tragen die zusätzliche Windlast in der Regel nicht. Nachrüsten heißt dann im ungünstigen Fall, Fundamente aufzunehmen, größer herzustellen und Pfosten zu tauschen. Diese Entscheidung gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
| Position | Spanne (netto) | Was die Spanne treibt |
|---|---|---|
| Material 6/5/6, Höhe rund 1,20 m, Matte mit Pfosten und Haltern | rund 20 bis 35 EUR je lfm | Beschichtung, Pfostenprofil, Herstellerqualität, Abnahmemenge |
| Material 6/5/6, Höhe rund 1,80 m | rund 30 bis 50 EUR je lfm | wie oben, zusätzlich Pfostenlänge und Gewicht |
| Material 8/6/8, Höhe rund 1,80 m | rund 50 bis 85 EUR je lfm | Drahtstärke, meist Pfosten 60 x 60 mm, deutlich höheres Gewicht |
| Sichtschutzstreifen (Hart-PVC) | rund 10 bis 25 EUR je lfm | Materialstärke, Höhe, Ausführung der Abschlussleisten |
| Beton je Punktfundament (Sackware) | rund 20 bis 45 EUR | Fundamentgröße, Sackware oder Transportbeton, Anfahrt |
| Montage ohne Material, gerade Strecke, einfacher Boden | rund 45 bis 90 EUR je lfm | Baugrund, Zugänglichkeit, Gefälle, Anzahl der Ecken |
| Fertig montiert inklusive Material, Standardhöhe | rund 90 bis 150 EUR je lfm | alle vorgenannten Faktoren zusammen |
| Gehtür, Breite rund 1 m, inklusive Pfosten | rund 300 bis 700 EUR | Ausführung, Beschlag, Schließsystem, Fundamentaufwand |
| Doppelflügeltor 3 bis 4 m | rund 700 bis 1.800 EUR | Breite, Rahmenprofil, Beschlag, Torpfostenfundamente |
| Stundenverrechnungssatz Fachkraft Garten- und Landschaftsbau | rund 55 bis 85 EUR je Stunde | Region, Qualifikation, Geräteeinsatz |
| Aushubentsorgung, Container rund 3 Kubikmeter | rund 150 bis 350 EUR | Deklaration des Materials, Entfernung zur Annahmestelle |
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Typische Fehler - und woran man sie später erkennt
Fast alle Schäden an Doppelstabmattenzäunen lassen sich auf eine überschaubare Liste zurückführen. Das Gute daran: Sie sind alle in der Planungs- und Vorbereitungsphase vermeidbar, und keiner davon kostet dort nennenswert Geld.
Ein Hinweis zur Diagnose an einem bestehenden Zaun: Steht ein einzelner Pfosten schief, ist meist das Fundament die Ursache - zu flach, zu klein oder in einer Wasserstelle. Neigt sich eine ganze Zaunlinie gleichmäßig, war die Bemessung insgesamt zu knapp oder die Windlast wurde durch nachträglichen Sichtschutz erhöht. Ein Bogen in der Ansicht bei ansonsten senkrechten Pfosten kommt fast immer von einer durchhängenden Fluchtschnur.
- Fundament zu flach oder zu klein für die tatsächliche Zaunhöhe und die Windangriffsfläche
- Achsmaß nach Gefühl mit 2,50 m angesetzt statt nach dem Systemmaß des Herstellers - das letzte Feld passt dann nicht
- Fluchtschnur über zu große Länge ohne Zwischenstütze gespannt
- Sichtschutzstreifen nachträglich eingezogen, ohne die Gründung anzupassen
- Matten oder Sichtschutz eingebaut, bevor der Beton ausreichend erhärtet war
- Keine Leitungsauskunft eingeholt, keine Handschachtung im Verdachtsbereich
- Grenzverlauf nicht geklärt oder Zaun nach dem alten Zaun statt nach dem Kataster gesetzt
- Kein Sickerpolster unter der Fundamentsohle in bindigem, staunassem Boden
- Betonoberkante als Mulde ausgebildet, in der Wasser am Pfostenfuß steht
- Schnittkanten gekürzter Matten nicht mit Zinkstaubfarbe oder Reparaturlack behandelt
- Klemmhalter überdreht, Beschichtung an der Klemmstelle aufgesprengt
- Pfostenkappen weggelassen, Wasser im offenen Profil